Einbruch und Diebstahl

Wussten Sie, dass nur 30 Prozent der Einbrüche geplant sind und der Rest spontane Straftaten sind? Beide „Typen“ – der Plan- wie der Spontantäter – selektieren ihr Objekt der Begierde nach dem Wert der zu erwartenden Beute, nach der Schwierigkeit, in das Haus eindringen zu können, und nach dem Risiko, entdeckt zu werden.

Gelegenheit macht Diebe

Ersparen Sie sich die belastende Erfahrung eines Einbruchs in Ihr Heim und damit in Ihre Privatsphäre.

Am besten sorgen Sie bereits beim Planen und Bauen für die erforderliche Sicherheit. Der Einbruchschutz kann aber auch im Nachhinein verbessert werden.

Am effektivsten ist die Kombination mechanischer und elektronischer Einrichtungen. Eines sollte man bei Maßnahmen der Objektsicherung immer im Auge behalten: Sicherheit dient nicht nur dem Objektschutz, sondern auch dem Personenschutz.

Selbst wenn man sich während eines Einbruchs nicht im Haus oder in der Wohnung aufhält, ist es immer schwierig, sich danach in seinen vier Wänden wieder sicher und wohl zu fühlen.

Sicherheit beginnt mit richtigen Verhaltensweisen – und die sind schnell und kostengünstig umsetzbar!

Tipps zum Thema Einbruch

  • Sicherheitssysteme können nur schützen, wenn sie benutzt werden.
  • Listen Sie alle Wertgegenstände auf, machen Sie gegebenenfalls Fotos davon und legen Sie diese Unterlagen am besten in ein Bankschließfach. Der Polizei hilft es bei der Fahndung und Ihnen bei der Schadensmeldung bei der Versicherung.
  • Für die Sachen, die in einer Versicherungspolice aufgeführt sind, gilt der Versicherungsschutz. Geld, Sparbücher, Urkunden, Schmuck, Münzen- und Briefmarkensammlungen sind nur in verschlossenen Behältnissen mit erhöhtem Sicherheitsstandard versichert.
  • Effiziente Sicherungsmaßnahmen sind unabhängig vom Alter eines Hauses; das Nachrüsten ist mit professioneller Beratung immer möglich. Am besten ist es natürlich, schon bei der Planung eines Hauses an die Sicherheit zu denken. Wenn sich ein umfassendes System aus finanziellen Gründen nicht gleich installieren lässt, kann zumindest eine Leerverrohrung für die spätere Installation in Betracht gezogen werden.

Schutzmaßnahmen gegen Einbruch

Um einen Einbruch zu vereiteln, müssen potentiellen Dieben so viele Hindernisse wie möglich in den Weg gelegt werden. Echte Einbruchprofis versuchen natürlich, jede Barriere zu überwinden.

Am wirkungsvollsten hat sich eine Kombination aus elektronischen, mechanischen und organisatorischen Hilfen erwiesen.

Hindernisse, die großen Lärm verursachen und lange Zeit brauchen, um überwunden zu werden, sind besonders effizient. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich Einbrecher dadurch abschrecken lassen.

Bauliche Schutzmaßnahmen

  • Alte Türen verstärken oder Sicherheitstüren einbauen lassen. Achten Sie darauf, dass die Tür durch ein anerkanntes Prüfinstitut auf ihre Qualität kontrolliert wurde.
  • Zusatzschlösser anbringen.
  • Fenstergitter installieren, die in der Mauer verankert sind.
  • Sicherheitsverglasung oder spezielle Folien machen Fenster einbruchsicher.
  • Geprüfte einbruchhemmende Fensterbeschläge in Verbindung mit abschließbaren Fenstergriffen erhöhen den Schutz wesentlich.
  • Mechanische Zusatzeinrichtungen und die Einhaltung bestimmter Richtlinien erschweren das Hochschieben und Herausziehen von Rollläden.
  • Ein in der Mauer verankerter Tresor verwahrt Wertsachen sicher.

Organisatorische Schutzmaßnahmen

Der beliebteste Angriffspunkt ergibt sich für Diebe noch immer durch die Nachlässigkeit der Bewohner. So wird gezielt nach offenen Türen und gekippten Fenstern gesucht. Richtige Verhaltensweisen zum Schutz des eigenen Hab und Guts sind deshalb genauso wichtig wie bauliche Maßnahmen.

 

  • Nicht jeder, der an einer Tür klingelt, hat friedliche Absichten. Was Einbrechern in Wohnobjekten mit vielen Parteien hilft, ist die Anonymität und das fehlende Bewusstsein, dass Kontakte im Haus eine Sicherheitsmaßnahme darstellen. Selbst wenn der Kontakt nur lose ist, sollte man zumindest die direkten Nachbarn kennen, um hausfremde Personen leichter identifizieren zu können.
  • Fremde im Treppenhaus können freundlich gefragt werden, wen sie suchen.
  • Die Haustür auch tagsüber zuzumachen und sogar abzuschließen und nicht nur zuzuziehen, kann Fremden den Zugang erschweren oder gar unmöglich machen.
  • Wenn es klingelt, kann das ein Test sein, ob jemand im Hause ist.
  • Daher niemals öffnen, ohne nachzufragen, wer ins Haus will.
  • Informationen über Nachbarn, vor allem über deren An- und Abwesenheitszeiten, sollten niemals an Fremde weitergegeben werden.
  • Falsch verstandene Höflichkeit von Bewohnern, die gerade das Haus verlassen oder betreten, kann Fremden eine weitere Möglichkeit bieten, unkompliziert ins Haus zu gelangen: In diesem Fall wird dem Unbekannten einfach die Tür aufgehalten.
  • Frechheit siegt – das denken auch viele Langfinger und versuchen, mit Hilfe von alltäglich vorkommenden Geschehnissen und dementsprechenden Sprüchen wie z. B. „Blumenlieferung“, „Paketzustellung“, „Verteilen von Werbematerialien“ an der Gegensprechanlage in ein verschlossenes Mehrfamilienhaus zu gelangen.
  • Vor allem im Erdgeschoss alle Zugangsmöglichkeiten absichern und immer abschließen, selbst wenn man das Haus nur kurz verlässt!
  • Alles, was Einbrechern als Einstiegshilfe dienen kann (Leiter, Werkzeug etc.), immer wegräumen.
  • Schmuck, Bargeld, Sparbücher und Wertgegenstände an verschiedenen Stellen in der Wohnung oder im Haus aufbewahren. Bessere Alternative: Tresor oder Schließfach.
  • Alarmanlage oder Zeitschaltuhr für Beleuchtung einschalten.
  • Alle Fenster und Balkontüren beim Weggehen schließen, Wohnungstür abschließen. Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher wie ein offenes Fenster!
  • Keine Schlüssel verstecken. Verstecke, die Sie möglicherweise für sicher halten, kennen Täter schon lange. Blumentöpfe, Fußmatten und dergleichen sind schnell kontrolliert.
  • Bei längerer Abwesenheit:
    • Nachsendeauftrag für Abos in Auftrag geben oder Zustellung unterbrechen.
    • Keine Informationen über Ihre Abwesenheit auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Schalten Sie ihn einfach ab.
    • Bitten Sie Ihren Nachbarn, den Briefkasten zu leeren, Werbesendungen zu entfernen, Rollläden ab und zu zu öffnen und zu schließen und auf fremde Personen zu achten. Kurz gesagt: Das Haus oder die Wohnung soll bewohnt aussehen.
    • Erzählen Sie Fremden nicht, wann und wie lange Sie in Urlaub fahren.
    • Handwerker oder Waren abbestellen.
    • Nachbarn darüber informieren, dass Sie länger weg sind. Nachbarschaftliche Hilfe und Aufmerksamkeit erhöhen Ihre Sicherheit, da Einbrecher mit Gleichgültigkeit und Ignoranz rechnen.

Technische Schutzmaßnahmen

Die meisten Einbruchdiebe gehen spontan vor. Geeignete Schutzmaßnahmen können dazu führen, dass sie auf der Suche nach einem geeigneten Objekt abgeschreckt werden.

  • Jedes Haus braucht einen spezifischen Sicherheitsplan, der den Lebensgewohnheiten seiner Bewohner, den besonderen örtlichen Verhältnissen und vor allem den Eigenarten des Baus angepasst ist.
  • Am meisten schreckt Täter eine deutlich sichtbare Alarmanlage am Haus ab. Besonders gefürchtet ist der so genannte stille Alarm, bei dem ein Einbrecher nicht sicher sein kann, ob und wann er ihn auslöst.
  • Lassen Sie eine Einbruchmeldeanlage mit Qualitätsbestätigung und Installationsattest anbringen; sie sollte der Technischen Richtlinie für vorbeugenden Einbruchschutz entsprechen (TRVE 31-7). Durch sie wird das Einbruchrisiko wesentlich verringert.
  • Bringen Sie zusätzliche Beleuchtungen im Außenbereich und an den Zugängen an, die mit Bewegungsmeldern und Zeitschaltuhr kombiniert werden können.
  • Eine Videoüberwachung bietet zusätzliche Sicherheit.

Von Tricks, Lügen & Gutgläubigkeit

Wenn es an der Haustür klingelt, ist besondere Vorsicht geboten. Meistens sind es allein stehende ältere Menschen, die Opfer von Trickdieben werden. So bekannt die Tricks auch sind – organisierte Banden verschaffen sich nach wie vor mit findigen Botschaften Zugang in private Haushalte. Die Liste ist endlos lang: Vom Vortäuschen einer Notlage über die Mitleidstour bis hin zum Auftritt als Amtsperson ist alles dabei.

Viele der Täter agieren in Zweier- oder Dreierteams. Üblicherweise ist beim Blick durch den Spion vorerst nur eine Person vor der Haustür zu sehen. Steht der Betreffende dann mit einem Bein im Flur, folgt meist die Bitte, noch schnell die Toilette benutzen zu dürfen. In diesem Moment tritt der Komplize oder die Komplizin auf den Plan, der das Opfer in ein Gespräch verwickelt und ablenkt. So kann der Täter auf seinem Weg zur Toilette die Wohnung in aller Ruhe nach Wertsachen durchsuchen.

Die Arbeitsweisen der Täter umfassen in der Regel eines der 3 Grundmuster:

1. Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.

  • Der Glas-Wasser-Trick: Täterinnen täuschen Schwangerschaft oder Übelkeit vor oder behaupten, dringend ein Medikament nehmen zu müssen und bitten um ein Glas Wasser.
  • Der Papier-und-Bleistift-Trick: Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen. Dafür benötigen sie Schreibzeug sowie Papier und bitten um eine Schreibunterlage in der Wohnung.
  • Der Blumen-oder-Geschenk-Abgabe-Trick: Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn Blumen oder ein Geschenk abgeben. Dabei drängen sie darauf, die Blumen zu versorgen oder das Geschenk selbst in die Wohnung des Nachbarn zu bringen, um sich so Zutritt zur Wohnung zu verschaffen.
  • Wegen eines angeblichen Wasserschadens im Haus müsse nach einem Rohrbruch in der Wohnung gesucht werden.
  • Bitte, auf dem Balkon des Nachbarn einen entflogenen Vogel oder ein entlaufenes Kätzchen einfangen zu dürfen.
  • Wegen einer Autopanne, eines Unfalls oder einer Erkrankung wird ein Telefon gebraucht.
  • Bitte, die Toilette benutzen zu dürfen.
  • Bitte, ein Baby wickeln oder füttern zu dürfen.

2. Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt.

  • Die Täter benutzen einen „Deckmantel“, z. B. als Handwerker, oder behaupten, von den Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerken, von der Hausverwaltung, von der Kirche, von der Rentenversicherung oder Krankenkasse, von der Polizei, von der Post oder vom Sozialamt zu kommen. Die vermeintlich offizielle Funktion verschafft den Tätern Zugang zu den Räumen der Opfer.
  • Teilweise fordern die Täter, offene Rechnungen – beispielsweise von Stromlieferanten – über mehrere tausend Euro in bar zu begleichen. Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer

3. Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt.

  • Täterinnen oder Täter geben sich als lange nicht gesehene Verwandte – zumeist Enkelkinder („Enkel-Trick“) – mit plötzlichem akutem Geldbedarf aus. Ebenfalls beliebt ist die Behauptung, eine entfernte Verwandte, ein ehemaliger Kollege oder Nachbar, Angehöriger des Pflegepersonals oder Bettnachbar vom Krankenhaus zu sein.
  • Angebote, die Einkaufstasche nach Hause zu tragen.
  • Täter bestellen Grüße von angeblichen Bekannten oder Verwandten.
  • Täter überbringen eine vermeintliche Unglücksnachricht von Bekannten oder Verwandten.
  • Tricktäter sind erfinderisch und schauspielerisch begabt. Sie denken sich immer neue Lügen aus, um in fremde Wohnungen zu gelangen und zu stehlen.
  • Achtung! Manche Betrüger kündigen ihren Besuch sogar telefonisch an, um mögliche Bedenken schon im Voraus zu zerstreuen und ein Vertrauensverhältnis zum Opfer aufzubauen.

Tipps zu Tricks, Lügen & Gutgläubigkeit

  • Trickbetrüger sind sehr freundlich, hilfsbereit und wirken vertrauenserweckend, aber sie nutzen ihre Opfer skrupellos aus. Fallen Sie nicht auf ihre Maskerade herein.
  • Lassen Sie NIE fremde Personen in Ihre Wohnung. Auch beim Hilfeleisten sollten Sie die nötige Vorsicht walten lassen. Ein Glas Wasser kann man zum Beispiel auch auf den Gang reichen.
  • Handwerker nur hereinbitten, wenn sie bestellt wurden. Auch Gas-, Strom-, Heizungsableser kündigen sich rechtzeitig schriftlich an. Im Notfall kann man bei den betreffenden Firmen telefonisch nachfragen. Aber Vorsicht: Die Nummer immer selbst heraussuchen!
  • Lassen Sie niemanden alleine in Ihren Räumen.
  • Installieren Sie Sperrbügel und/oder Sicherheitskette. Sie ermöglichen, dass die Tür nur einen Spalt geöffnet werden kann. Legen Sie Sperrbügel oder Sicherheitskette vor, wenn Sie Fremden die Tür öffnen. Einen Zettel oder ein Glas Wasser kann man auch durch einen Türspalt reichen.
  • Schauen Sie zuerst durch den Türspion und entscheiden Sie dann, ob Sie die Tür öffnen.
  • Lassen Sie sich immer einen Dienstausweis zeigen, auch von Beamten in Uniform. Sollten Sie unsicher sein, rufen Sie bei den zuständigen Behörden an.
  • Kostenpflichtige Postsendungen für den Nachbarn sollte man nur nach vorheriger Absprache übernehmen.
  • Bezahlen Sie nie irgendwelche angeblich offenen Rechnungen mit Bargeld.
  • Nutzen Sie die Gegensprechanlage: Betätigen Sie nie den Türöffner, ohne sich vorher zu informieren, wer herein möchte.
  • Ein entschiedenes „Nein“, ein energisches Abweisen eines ungebetenen Besuchers oder ein lauter Hilfeschrei sind ebenfalls wirksame Maßnahmen in Sachen Sicherheit.
  • Falls Sie zu einer Unterschrift aufgefordert werden, lesen Sie alles in Ruhe durch. Vor allem das Kleingedruckte sollten Sie aufmerksam lesen!
  • Verständigen Sie immer die Polizei, selbst wenn Sie nicht auf einen versuchten Trickdiebstahl reingefallen sind. Die Polizei wird tätig werden!
  • Wir sind gerne für Sie da


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